Hoher Ölverbrauch am 2.0 TSI und verölte Zündkerzen

  • Hallo zusammen,


    ich fahre einen Octavia 3 2.0 TSI mit dem 6 Gang DSG Getriebe aus 2013.


    Das Auto hatte, seit ich es habe, erhöhten Ölverbrauch von ca. 1 Liter auf 1400KM. Da sonst nichts auffällig war und die Werkstatt meinte, dass das bei den Modellen öfter mal vorkommt, wurde erstmal nichts gemacht.


    Vor einem halben Jahr hat das Auto Öl verloren, woraufhin Ölwanne, Stirndeckel und noch ein paar Sachen getauscht wurden, die ich gerade nicht im Kopf habe, müsste ich raus suchen.

    Ich bin seitdem nicht mehr so viel gefahren, aber habe danach einen etwas höheren Ölverbrauch festgestellt. Inzwischen ist der Ölverbrauch aber auf 1 Liter auf ca. 600-700 Km gestiegen. Mir ist außerdem aufgefallen, dass alle Zündkerzen voll Öl sind. Ich hatte irgendwo mal gelesen, dass ein Ölverbrauch in Kombination mit Öl in den Zündkerzenschächten auf Ventildeckeldichtung hindeuten könnte, weiß da jemand vielleicht mehr?

    Ansonsten habe ich nur Probleme beim niedertourigen beschleunigen, da ruckelt das Auto gerne mal, aber das könnte ja im besten Fall an den Zündkerzen liegen, oder?


    Das Auto kommt demnächst in die Werkstatt, aber ich wollte mal fragen, ob hier jemand, basierend auf den Informationen, einen Tipp hätte, was genau das sein könnte oder wonach sich das anhören könnte


    Dankeschön.

  • Die Zündkerzen zünden nicht mehr wenn sie komplett verölt sind, das stimmt schon. Aber im Brennraum, mit dem Schacht hat das nichts zu tun. Es sei denn der Schacht ist voll bis oben hin, das ist aber eher unwahrscheinlich.

  • Öl in Zündkerzenschächten deutet auf Ventildeckeldichtung hin, ja, aber dabei geht es um andere Mengen. Wenn du 1 Liter Öl pro 600km nach außen verlieren würdest, würdest du wo auch immer du dich zum parken hinstellst, eine riesige Öllache hinterlassen und in der Fahrt eine nachverfolgbare Spur hinterlassen.


    Das Öl geht sehr wahrscheinlich nach innen (also in den Brennraum) und verbrennt dann dort. 1l auf 600km ist dann schon fortgeschrittener Verschleiß. Ich würde denken, dass die Reparatur dieses Verbrauchs eine Motorrevision wäre, die (wenn man nicht auf billig ebay Angebote hereinfällt, sondern das ordentlich machen lässt) auf irgendwas zwischen 5 und 10.000€ kostet.


    Es gibt hier einen, der das selbst gemacht und auch ein wenig mit dokumentiert hat, die Menge an Arbeit ist aber wirklich unnormal.

    Genaue Unterschiede Motorblock Cupa und Cuna

  • Danke für die Antwort. Ich bin schon auf eine kostenspielige Reparatur eingestellt, auch wenn ich eigentlich bei nicht mehr als 5000-6000 reinstecken möchte.


    Ist es überhaupt sinnvoll in meine freie Werkstatt zu gehen oder sollte ich mich direkt an einen Motorinstandsetzer wenden?

  • Ich denke Motor ist da sinnvoller. Wie gesagt: bei dem Verbrauch muss das nach innen gehen und verbrennen, sonst würdest du das von außen leicht feststellen.

    Aber wegen Motorinstandsetzer noch ein Hinweis: es gibt da viele schwarze Schafe. Der Kanal MotorMafia hier hat da mehrere interessante Videos zu


    Sehr günstig überholte Motoren halten meist nicht lange. Siehe das dritte Video (und noch mehr auf deren Kanal). Ich schau den channel nicht mehr, weil die vor einer Weile mal angefangen haben, ihre politische Gesinnung zu thematisieren, aber wenn ich eine Motorüberholung an einem VAG Fahrzeug zu machen hätte, würde ich da hin fahren

  • Wenn deine freie Werkstatt gut ist, sagen sie dir, ob die das können oder empfehlen dir einen Partner.

    Deine Werkstatt kenne ich natürlich nicht, mein Bauchgefühl sagt mir aber, dass du zu Spezialisten solltest. Die sollten sie auch einen Kostenvoranschlag ausstellen können. Und nur als Hinweis: ein unverbindlicher Kostenvoranschlag ist genau das, unverbindlich. Davon können die abweichen. Ein verbindlicher Kostenvoranschlag kostet meistens Geld, dauert länger zu erstellen, und nur in absoluten Ausnahmefällen, darf die Endabrechnung höher ausfallen. Das muss aber auch begründet werden können. Ein einfaches "haben wir nicht gesehen" reicht da nicht aus.

  • Hallo,


    wir haben das Spiel mit einem Yeti durch. Fahrzeug war zu dem Zeitpunkt in Tirol. Freie Werkstatt hat auf meinen Wunsch geänderte Kolben bei Scheuerlein Motorentechnik bestellt.

    Nach Tausch und neuen Ventilschaftdichtungen kein meßbarer Ölverbrauch mehr. War aufgrund dessen das mein Vater fast das ganze Jahr dort lebt und als Einheimischer gilt ein Schnapper.

    Waren dann incl. flicken von 2 Türkabelbäumen 2800,-

    WWAPD


    Gruß


    Stefan

  • Würde auch sagen, dass man nicht immer gleich das ganz große Besteck auffahren sollte.


    Kenne ein ähnliches Spiel von meinem Turbo-Astra. Brachialer Ölverbrauch und durch die modernen Kats siehst du das hinten raus nicht mehr arg. Hatte über einen befreundeten Mechaniler mit Werkstatt, dann lediglich die Ventilschaftführungen erneuern lassen, neues Öl und siehe da: Alles wieder tiptop für 800€.

    Mittlerweile hat der "Problem"-Motor die 300k km geknackt und läuft noch immer mit sehr geringen Ölverbrauch (auch dank 10W-60 Öl).


    Lass es prüfen und ich drück die Daumen dass es deutlich unter Deinem Limit bleibt.

    - Furzen kann ich auch ohne DSG -


    Octavia V// RS TSI | Handschalter | Race-Blue | Xtreme Challenge Paket | Amundsen | Business und Traveller Paket
    Alarm | AHK | Schnick und Schnack


    BW: 39/17 PW: 11/ 10/18/ 09/18 (fix.) LW: 12/18


    >>>Robbys blauer Flitzer<<<

  • Hallo,


    mal ein Update:


    Auto steht gerade in meiner freien Werkstatt. Die Werkstatt hat nachgeschaut und ist sich wohl sicher, dass die Kolbenringe gemacht werden müssen, was laut Werkstatt eine Motorinstandsetzung mit sich zieht. Die Werkstatt selbst mach so etwas nicht, arbeitet aber mit einer polnischen Instandsetzungsfirma zusammen, die ein Jahr Garantie gibt. Die Werkstatt würde den Motor dann ein- und ausbauen.


    Mit 5000€ muss ich mindestens rechnen, ein ähnlicher Motor, der vor kurzem gemacht wurde sol wohl 5500€ gekostet haben.

    Bei Instandsetzungsfirmen in der Umgebung habe ich noch nicht angefragt, aber ich vermute, dass ich da noch mehr zahlen würde.


    Da das Auto schon 165000 KM drauf hat, bin ich mir echt unsicher, ob sich das überhaupt lohnt, da ich auch nicht weiß wie es um Turbo, Getriebe etc. bei der Laufleistung steht.


    Ich mag das Auto, aber tendiere dazu ihn zu verkaufen und mir einen anderen Kombi zuzulegen, das wäre finanziell wohl das vernunftigste. Oder wie sieht ihr das?

  • Das kommt auf den sonstigen Zustand des Autos an. Eine konkrete Antwort kann dir hier aber niemand geben. Bei jedem Gebrauchtwagenkauf kann es auch schlummernde Schäden geben, die sich dann erst zeigen, wenn du ihn hast (wie bei deinem jetzigen Octavia). Wenn du den Motor jetzt machen lässt, weißt du zumindest, dass er dann in Ordnung ist - sofern die Motorinstandsetzer das vernünftig machen. Aber auch das kannst du als Laie halt nicht beurteilen.


    Wenn es mein Auto wäre: wenn die restliche Substanz in Ordnung ist (keine Unfallschäden, kein Rost, alles funktioniert normal, alle Wartungen wurden immer rechtzeitig gemacht (DSG!) und idealerweise Garagenwagen), würde ich die Motorrevision machen lassen. Wenn nicht, abstoßen und was anderes kaufen.

  • Naja auch in Polen gibt es vertrauenswürdige Firmen, die gute Arbeit machen. Da gibt es aber eben auch (genau wie hier) schwarze Schafe, die Abkürzungen nehmen und defekte Motoren als überholt verkaufen. Das Verhältnis von "weißen" zu schwarzen Schafen mag unterschiedlich sein, aber 1 Jahr Garantie ist per se schon mal was gutes

  • Davor warnen die ganzen DE Firmen immer (Redhead Zylinderkopftechnik usw.)

    Naja, firmenpolitisch nachvollziehbar. Sind ja auch direkte Konkurrenz.

    Bin da bei badworseme . Grundsätzlich kann sicher jeder KFZ-Mechaniker vom Verständnis eine Motorreparatur vornehmen.

    Ich glaube man muss halt genau den Umfang der Arbeiten und die Qualität der verwendeten Ersatzteile im Auge behalten.

    Man kann eine komplette Motorrevision nicht mit einem reinen Kolbenringtausch vergleichen...

    Es wird in Polen etc... auch Fahrzeuge mit revidierten Motoren geben und ich bin davon überzeugt, dass die Besitzer für die Arbeiten nicht extra nach Deutschland gefahren sind. :-)

    Hinterhof bleibt Hinterhof und spezialisierte Fachwerkstatt ist halt spezialisierte Fachwerkstatt, unabhängig von der Landesvorwahl.....

    Skoda Octavia RS Combi 2.0 TSI vFL (Sportline-Kit, Brock B38 19", HJS-Downpipe, HF-Series Inlet, APR-PEX, Stage 2 + JB4)

    Seat Exeo ST 2.0 TSI by MTM ..sold

    BMW e92 330i Coupe ..sold

    Nissan 350Z ..sold

    Civic Type-R EP3 #02725 ..sold

    Mitsubishi Eclipse D30 ..sold

    VW Golf 2 ..sold

  • Bin da bei badworseme . Grundsätzlich kann sicher jeder KFZ-Mechaniker vom Verständnis eine Motorreparatur vornehmen.


    Da muß ich Dir leider widersprechen.


    Sowas macht schon seit Jahren keine Vertragswerkstatt mehr.


    Da werden nur noch komplette AT-Motoren, oder wenn überhaupt AT-Rupfmotoren verkauft.


    Natürlich ist das Problem hausgemacht und die Vertragswerkstätten reden sich irgendwie raus.


    In Wirklichkeit geht es darum, daß Sie die Garantie auf die durchgeführte Arbeitsleistung nicht verantworten wollen.


    Geht ein AT-Motor, oder ein AT-Getriebe während der Gewährleistungszeit kaputt, ist das Sache des Lieferanten, also z.B. VAG.


    Da diese Arbeiten (das wirkliche Revidieren eines kompletten Motors) nicht mehr durchgeführt werden, wird das auch an Lehrlinge und junge Monteure nicht mehr vermittelt.


    Selbst Altgesellen, die das theoretisch noch können, führen diese Arbeiten aber gar nicht mehr aus und mitunter fehlen sogar die benötigten Werkzeuge.


    D

    Gruß Pite


    Octavia 5E V/RS Combi - 05/2016

    RS230 Edition ( E2M ) stahlgrau

  • Das "Machen" (aus Kostengründen oder der Vertragsvorgaben des Herstellers) habe ich nicht auf die Vertragswerkstätten bezogen, sondern viel mehr die technische Machbarkeit und das Verständnis.


    Das viele große Werkstätten sich damit nicht beschäftigen, solche Arbeiten spezialisierten Firmen überlassen, ist mir schon bewusst.

    Skoda Octavia RS Combi 2.0 TSI vFL (Sportline-Kit, Brock B38 19", HJS-Downpipe, HF-Series Inlet, APR-PEX, Stage 2 + JB4)

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  • Wir reden da aneinander vorbei.

    die technische Machbarkeit

    bedeutet nicht nur das man eine Werkstatt mit Hebebühne zur Verfügung hat.


    Sondern alle erforderlichen Werkzeuge, Reparaturanleitungen, Technischen Daten und natürlich alle benötigten Teile.


    Es geht ja nicht ausschließlich um Motoren und nicht nur um VAG Fahrzeuge.


    Für manche Baugruppen (z.B. Getriebe) werden einzelne Teile, wie z.B. Lager, Zahnräder oder Synchronringe nicht verkauft.


    Weil das so ist, gibt es also auch keine Reparaturanleitung dazu und ebenso keine Spezialwerkzeuge.


    Dabei den eigentlichen Hersteller (bleiben wir mal bei den Getrieben, z.B. ZF oder Getrag) nicht mit dem Automobilkonzern, also z.B. VAG verwechseln.



    und das Verständnis.

    woher soll das Kommen, wenn diese Arbeiten in "normalen" Kfz-Werkstätten nicht mehr gemacht werden?


    Das reine Verständnis, basierend auf ein Fachbuch und ein bißchen Theorie in der Berufsschule oder selbst der FH, reicht heute schon lange nicht mehr aus um solche komplexen Motoren wirklich komplett zu überholen.


    Routine und Erfahrung wird nicht mehr erlernt, die alten Hasen werden immer weniger und die könne ihr Wissen ohne praktische Arbeit auch nicht mehr weitergeben.


    Ich bin seit über 40 Jahren in dem Gewerbe und kenne selbst genug erfahrene Mechaniker, von denen inzwischen viele sagen das sie das natürlich früher schon x-mal gemacht haben.


    Aber dann kommt fast immer hinterher, daß das natürlich schon so lange her ist und früher die Motoren noch nicht so kompliziert und zugebaut waren.


    Oder noch besser, gleich in Frage gestellt wird, ob sich das denn überhaupt noch lohne.


    Natürlich gibt es Ausnahmen, siehe Benedikt aus diesem Beitrag: Genaue Unterschiede Motorblock Cupa und Cuna


    Aber damit ist er wirklich eher die Ausnahme.

    Gruß Pite


    Octavia 5E V/RS Combi - 05/2016

    RS230 Edition ( E2M ) stahlgrau

  • Ein aktuelles Beispiel wo wirklich rein geschaut wird wie die arbeiten.



    Und mit der theoretischen 1 Jahres Garantie sichert man sich natürlich auch ab das wird im Video auch erwähnt das da teilweise Gutachten erstellt werden müssen usw.

  • Ich musste auch an das Video denken. Allerdings, darf man auch bei aller Sympathie gegenüber MM nicht vergessen, was oben links im Video steht. Ganz uneigennützig ist das Video ja nicht.

    Ohne in die Glaskugel zu schauen, hätte man bei einem Motor von Ebay zu dem Preis, vermuten können, dass dort etwas nicht passt.

    Interessant findet ich lediglich, seine letzten Wort, dass sie jetzt einen "günstigeren" Grundmotor haben, als ihn selber beschaffen könnten...

    Ich denke das war auch das Ziel beim Kauf.

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  • Ich musste auch an das Video denken. Allerdings, darf man auch bei aller Sympathie gegenüber MM nicht vergessen,

    Ich persönlich hab für den überhaupt keine Sympathie bei dem sind grundsätzlich immer alle anderen Schuld außer er selbst nicht (Wenn es z.b um seine eigenen Motoren geht bei einem Garantie Fall)


    Doch das Video ist halt interessant weil die wirklich so ein polnischen Motor gekauft und zerlegt haben.


    Wenn man ein Freund als Schrauber hat oder vielleicht selbst schrauben kann dann warum nicht so ein ebay Motor kaufen und sein Glück probieren.


    Wenn man aber eine Werkstatt braucht und Arbeitszeit usw zahlen muss weiß nicht ob sich sowas dann noch lohnt.