Wird Tuning, egal ob Teile oder Software, eigentlich vom TÜV geprüft, erkannt, gemessen, bzw. angeschaut?

  • Hallo


    Ich frage mich schon seit längerem, ob Tuning vom TÜV erkannt, gemessen, geprüft oder sonst etwas wird. :worry2:

    Wenn man z.B. nur schon einen Sportluftfilter einbaut, verändern sich dann nicht z.B. die Abgaswerte, ganz zu schweigen von Boxen oder Kennfeldänderungen oder auch anderen Downpipes usw.?

    Vielen Dank schon mal für die Informationen.

  • Wenn deine Ansaugung auf den ersten Blick schon nicht original aussieht, wird man es kontrollieren. Stimmen deine Abgaswerte nicht, gibt es keinen TÜV. Normales Softwaretuning wird im alltag niemand bemerken. Dir sollte aber bewusst sein, dass du dadurch ohne Betriebserlaubnis durch die gegend fährst und du im schlimmsten Fall am Arsch bist, wenn etwas passiert.

  • Nö, dann hast du nur Geld "verbrannt" ;)

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  • Also die Frage kann man ganz klar mit JEIN! beantworten :D


    Ein Findiger TÜVer erkennt natürlich eine Nachrüst-Downpipe, eine geänderte Ansaugung etc. aber nicht aufgrund von Messungen, sondern aufgrund der Optik. Grundsätzlich wird bei einer ganz normalen HU/AU auch keine tiefe Inspektion der Steuergeräte-Software vorgenommen. Also ob da ein Motortuning existiert wird der TÜV anhand seiner Software erstmal nicht erkennen. Bei der AU ist das etwas, naja, kniffelig. Ein guter Tuner bzw. ein gutes Tuningfile programmiert das Motorsteuergerät so, dass es im Stand genau die gleichen Abgaswerte produziert wie das Serienfahrzeug. Das Thema "Tuning-Zubehör führt zur Leistungssteigerung" wurde auch schon oft hier besprochen. Das Resultat war dabei immer, dass das Motorsteuergerät zum Schluss wieder bei der Serienleistung landet, nachdem eine Adaptionsphase von max. 1000 km stattgefunden hat. Kurz nach dem Einbau wird das MSG mit anderen Werten konfrontiert und lässt den Motor dann erstmal mehr Leistung generieren. Danach bist Du aber wieder bei Serienleistung, allerdings arbeiten dann andere Komponenten des Motors etwas "entspannter", da bspw. mehr Frischluft der Verbrennung zugeführt werden kann oder ein hoher Abgasgegendruck nicht mehr direkt am Turbolader, sondern erst am Übergang Downpipe zur AGA entsteht.


    Beste Grüße,

    Robert

  • Oha, das wusste ich noch nicht. Klingt interessant.

    Danke.


    Hätte ich nicht gedacht.
    Für mich war logisch: Tuning, viel mehr Leistung, schlimmste Abgaswerte.

    Da bin ich jetzt eher etwas platt.:huh:


    Verstehe ich das, was du zum Tuning geschrieben hast richt?

    Man besorgt sich z.B. eine Box, die (Anfangs) für Mehrleistung sorgt, und die Motorsteuerung sorgt im Laufe der Zeit wieder dafür, dass der Wagen nach 1000 km bei den Normwerten ist?

    Dann würden doch solche Boxen gar keinen Sinn machen, oder?


    Was ist mit Kennfeldoptimierung?
    Arbeitet die Motorsteuerung am Schluss da dann auch dagegen und sorgt dafür, dass nach 1000 km wieder alles beim Alten ist?

    Danke nochmals für die Aufklärung. :thumbup:

  • Die Werte werden ja im Leerlauf und erhöhter Leerlaufdrehzahl gemessen, die Mehrleistung wird ja nicht abgerufen bzw werden dort die Kennfelder bei einem Tuning nicht angepasst so wie ngolwe schon schrieb.

    Man kommt ja teilweise sogar mit Sportkats durch die AU wenn die heiß genug sind und hier rede ich nicht von den zugelassenen 200Zellen Metallkats.


    Bei einer Box hat der Wagen natürlich immer eine Mehrleistung weil dem Motorsteuergerät falsche Werte vorgegaukelt werden und dadurch der Ladedruck und Einspritzmenge steigt.

    Damit ist nur Hardware wie Luftfilter, Druckrohre, Turboinlets, Downpipes und Abgasanlagen gemeint.



    Das Steuergerät bekommt bei einer Kennfeldoptimiereung neue Sollwerte programmiert nach denen das Steuergerät dann arbeitet, dadurch bleibt die Mehrleistung natürlich immer.


    Ich habe bei meinem Fahrzeug keine Probleme mit HU/AU, freue mich jetzt im Mai aber auf den Besuch mit dem Leergeräumten Fahrzeug :D

  • Nein, tut mir leid. Das habe ich dann nicht richtig dargestellt. Ich sprach nur von Hardware. Eine Ansaugung, eine Downpipe, AGA etc. sind alles Hardwarekomponenten, die nach dem Einbau erstmal eine Mehrleistung generieren. Auf dieser Basis schreibt ja HJS bspw. auch, dass Dein Auto 20 PS mehr haben kann nach dem Einbau der DP. Das stimmt auch, wenn man das kurz nach dem Einbau misst, aber nicht mehr, wenn man das 1000km später prüft. Das MSG ist intelligent und kann die optimierte Ansaugung so nutzen, dass andere Komponenten weniger belastet werden. Aber Pi x Daumen landest Du wieder bei der Serienleistung. Eine Box ala JB4 optimiert keine Werte im MSG, sondern gaukelt nur falsche Werte vor. Das MSG kann sich in dem Fall nicht selbst "heilen".


    Viele Grüße,

    Robert

    Einmal editiert, zuletzt von ngolwe () aus folgendem Grund: Funktionalität der Box korrigiert.

  • Da verstehst du was falsch... im Leerlauf sind die Verbrennungen idR gleich...d.h. Abgaswerte sind auch gleich.

    Dort, wo aber die Leistung abgerufen wird (idR bei Volllast) können sich die Werte verändern, da Einfluss auf die Verbrennung genommen wird.


    Hier trennt sich dann die Spreu vom Weizen.


    Eine Kennfeldoptimierung passt idR Luft & Kraftstoff an, sodass die Werte wieder passen.

    Die Boxen gaukeln dem MSG ggf. nur andere feste Werte vor.


    Das mit der Adaption bezog sich auf Teile wie z.b. Luftfilter oder downpipe.

  • Dann habe ich das doch richtig verstanden.

    Durch Veränderung der Hardware kann man im Höchstfall 1000km weit eine Leistungssteigerung erreichen-

    Während dieser Zeit reguliert die Motorsteuerung das wieder auf die Serienwerte, aber es werden z.B. durch einen besseren Luftfilter im weiteren Verlauf an anderer Stelle Teile geschont.

    Gut und gefällt mir.


    Ich denke zwar immer wieder über eine Leistungssteigerung nach, aber wenn ich bedenke, dass bei mir die Räder selbst im 3 Gang manchmal noch durchdrehen, denke ich, dass ich eine Leistungssteigerung vermutlich eher nicht benötige.

    Und wenn ich daran denke, dass mich kürzlich ein Porsche Ceyenne nicht vorbei lassen wollte, und ich ihn mit meinem Serien RS dann eben doch stehen habe lassen, muss ich schon sagen, dass wir hier however ein Klasse Gefährt unterm Hinterteil haben. Den Abzug muss man halt auch immer im Verhältnis zum Gewicht sehen, und wenn ein Wagen 500 oder 600Nm Abzug hat, und über 2 Tonnen wiegt, ist das eben nicht ein Wagen der schnellsten Abzugs-Kategorie...

    Das musste ich selbst auch schon einmal gegen einen Fabia RS merken, der mir dann auch ziemlich locker hinterher gekommen ist. Warum? Eben noch einmal ein Stück leichter als mein Octavia.

  • Fahr einmal mit jemanden mit der Leistung in seinem Octavia hat, dann änderst du deine Meinung, versprochen :D

    Wenn man je nach Umbau seine 100-200 Zeit mal eben halbiert :ups:

  • Naja, Auto mit Leistung bin ich auch schon gefahren.

    Dodge Charger mit um die 600PS. Ist ganz nett, aber es sind jetzt zumindest für mich keine Welten.

    Es drückt einen halt ein wenig mehr in den Sitz.

    Natürlich wäre der Abzug von solch einem Gefährt in meinem Wagen auch nicht schlecht, muss aber nicht sein.

  • Von 220Ps auf 600Ps ist für dich kein großer Unterschied =O

    Man muss hier natürlich bedenken das es ein träger Ami ist, wo wahrscheinlich ein Octavia mit 400Ps noch locker mitkommt, wenn man die 100-200 Zeiten mal vergleicht.


    Ich finde das schon recht amüsant wenn man mit einem Octavia einen Audi RS6 C8 vor sich her schiebt :D

  • Ja, es war schon eine Steigerung, und natürlich reinster V8 Sound, aber ich hatte ihn mir ja einen Tag ausgeliehen um zu entscheiden, ob ich nach dem Leasing meinen RS weg gebe und einen V8 kaufe.

    Mir war es das nicht Wert, zumal es auch im RS einen Kickdown gibt, und dann geht auch mit diesem Wagen die Post ab.

    Wie gesagt war der Abzug vom Charger schon ein Stück heftiger, aber eben, dieses Gefährt wiegt einiges mehr, und wer weiss, wie die genau optimiert sind.

    Bei unserem RS weiss ich, dass er auf viele Dinge optimiert ist. Leistung, Gewicht, Verbrauch usw. während die Dodges hauptsächlich auf Muscle optimiert sind, und auch relativ einfach gehalten sind.

    Hauptsache die Dinger machen Krach, man kann im Stand die Reifen quietschen und rauchen lassen, und danach dann abrauschen wie ne besenkte Sau... :thumbsup:

    Da fällt mir sowieso nichts dazu ein, auf was es den Amis bei ihren Chargers und Challengers ankommt... :/:|

    Ich denke beim Schauen solcher Videos immer nur: Die armen Reifen und Autos :( ... und erst die Kohle, die dabei in Rauch aufgeht. =O

  • Weil du immer wieder den Luftfilter aufbringst...

    Bei einem 160 PS Motor ist der gemessene Leistungszuwachs 0,9 PS.

    Und das ist eine Rennmaschine, die über 13.000 rpm dreht. Je höher die Drehzahl, desto höher die Luftgeschwindigkeit und damit bringt der Luftfilter da eher mehr als in einem Auto.

    Und außerdem wird das im Octavia dann wieder von der Motorsteuerung weggeregelt. Für einen echten merklichen Zugewinn an Leistung muss man relativ viel machen, was dann auch weit in den 4 stelligen Bereich geht. Software ist dafür dann auch Pflicht

  • Luftfilter braucht man bei unserem Auto auch für 400 PS nix anderes, kann Serie bleiben. Es wird ein klein wenig lauter, je nach Ansaugung.

    Bei manchem Hardwarezubehör kann es auch sein, dass es mehr Drehmoment gibt, aber was helfen 20 Nm mehr für wenige hundert Umdrehungen? Hilft nur für den Stammtisch.


    Hardware wird ja sehr gerne damit beworben, oder der Verkäufer erzählt am Telefon er hätte selbst damit gute Erfahrungen gemacht. Im Gutachtens steht dann plötzlich: nix ändert sich, weder Leistung noch Geräusch. Das glaubt dann wiederum der TÜV nicht mehr (wenn man die verschiedenen Teile kombiniert) und fragt dich, zurrecht: warum baust du es dann ein?

    Letztendlich bringt es nur mehr Leistung, wenn es einen Engpass gibt, das ist dann z.B. im Sommer so, aber eben nicht Serie. Möglicherweise ist im Sommer bei 40°C und Wohnwagen hinten dran so weit, aber da hilft dann der Tuningladeluftkühler nicht viel, weil du zu langsam fährst. Leistung wird dann zwar abgerufen, aber kein ausreichender Fahrtwind :-).

  • -> Ich habe da einen passenden Satz :

    Tuning ist dann legal, wenn es an den Eigenschaften des Fahrzeuges nichts wesentlich ändert. Das sind alle Teile mit ABE ohne Kontakt zu weiteren Zubehöreilen mit ABE. Teile ohne ABE oder zusammenhängende Teile mit ABE brauchen immer Einzelabnahme aller Teile, die damit in Verbindung stehen.

    Die Eigenschaften sind grob : Lautstärke, Aerodynamik, Fahrstabilität,Schadstoffausstoß, Abmaße, Gewicht, Erkennung und Leistung passend zur Karosse. (habe da vielleicht was vergessen)


    Anderes Tuning erfordert eine Einzelabnahme, die nur für dieses Fahrzeug gültig ist. Das kann dann richtig Geld kosten, wenn man z.B ein Festigkeitsgutachten für Karosserie und Abgasgutachten für Nachweis der EU Norm wegen erhöhter Motorleistung braucht.

    Auserdem ist der Nachweis der Standfestigkeit zu erbringen -> 2000 km Nordschleife. Da können dann auch mal Die Gutachterkosten den Neupreis des Fahrzeuges übersteigen.


    Beispiel:

    Ich habe meine Bremsen eintragen lassen. Da wird im Gutachten Einzelabnahme gefordert. Die geprüfte im Gutachten stehende Bremsleistung erhöht sich an der VA um 10%.Das selbe Spiel gilt für die Cupra-Bremse hinten.

    Um die Bremsen aber eingetragen zu bekommen wurden auch alle Rad/ Reifenkombis inklusive ET, Zoll und Durchmesser für Sommer und Winterreifen eingetragen obwohl die Kombinationen allein ( mit Serienbremse) eintragungsfrei wären.

    Weiterhin wurde das Fahrwerk inkl. der genauen Fahrzeughöhe eingetragen obwohl es eine ABE hat - weil es an eine andere Bremse geschraubt wurde.

    Entferne , verändere oder tausche ich einer der Komponenten Räder oder Fahrwerk ist eine neue Einzelabnahme erforderlich.


    ABE Komponenten mit Kontakt zu anderen ABE Komponenten sind z.B. eine Kobination aus Downpipe mit ABE, AGA mit ABE. Da wird dann per Einzelabnahme die gesamte Anlage geprüft und wenn man Glück hat oder weis was man tut, mit Gutachten als Kombination festgeschrieben.


    Tuning mit TÜV kann eine knifflige und kostenintensive Angelegenheit werden.

  • Du solltest aber noch zwischen ABE, ECE, EWG Teilegutachten, 19/2 (21er) und 19/3 Abnahme unterscheiden. Es gibt nicht nur ABE und Einzelabnahme.


    Bei der Stoptech ist halt nur ein Prüfbericht von einem einzelnen Prüfer dabei und kein Gutachten vom Technischen Dienst einer Prüforganisation wie TÜV/TÜV Austria, auch deshalb kann es nur per Einzelabnahme eingetragen werden.

  • Ja, weis ich. aber ich wollte das nicht noch komplizierter erklären - welches Herstellergutachten welche Maßnahme zur Legalität erfordert. Die Art, wie der Hersteller seine Teile prüfen lässt , entscheidet letztlich welchen Aufwand man als Käufer hat um die Teile zu legalisieren.

  • Aber so wie du es erklärt hast denkt jeder der das liest er müsste sofort zur Einzelabnahme sobald keine ABE vorhanden ist und das ist ja nicht der Fall.


    Deswegen bei dem Thema ganz oder garnicht, sonst sorgt das nur für Verwirrung.

  • Bei der Stoptech ist halt nur ein Prüfbericht von einem einzelnen Prüfer dabei und kein Gutachten vom Technischen Dienst einer Prüforganisation wie TÜV/TÜV Austria, auch deshalb kann es nur per Einzelabnahme eingetragen werden.

    Habe bei mir die TAROX F2000 in Verbindung mit der Leistungssteigerung eintragen lassen und da wurde dann glücklicherweise kein Fahrversuch (mehrmals Bremsen aus V-Max) gemacht, weil auch der schwerere Superb im Gutachten stand. Die Leistungssteigerung hat die Höchstgeschwindigkeit auf 250 km/h erhöht. Wäre blöd gewesen, wenn es zu Fahrversuch gekommen wäre und die Kiste bei 250 weiter beschleunigt hätte. Also auch das muss man beachten bei der Kombination von Gutachten.