Update:
Lächerliche 24 Monate später hat ein kleiner Mikroorganismus die Welt geschüttelt (nicht gerührt). Viele klopfen noch die Klamotten ab, während sie aus den Trümmern der Erinnerungen aufstehen. Es wurde die Flucht ins Private gesucht, die (massenweise) der Einfachheit halber in den eigenen Landesgrenzen stattfand. Dabei wurde in Kauf genommen, eben dann mit vielen Menschen an der selben Stelle zu hocken. Das (eigene) Automobil feierte seine Auferstehung, es war die Burg des Individuums, kein Virus konnte es stoppen. Etwas viel Pathos, zugegeben.
Dass es 2020 einfacher sein würde, in Europa zu reisen, als 2021, hätte ich nicht gedacht. Diverse Gängelungen und Vorschriften, Angstmache und indirekter Zwang ließen einen zwei Mal überlegen, die Sachen zu packen und die Sonne zu suchen. Etwas viel Politik, zugegeben.
Wieder fiel die Wahl auf Kroatien, mehr noch 2021 als 2020 auch für viele andere, aufgrund des Wegfalls vieler (Flug)Ziele. Die Folge waren Blechlawinen, die sich durch Österreich und Slowenien zwängen mussten. Die Anzahl der Touristen lag noch leicht über jenen aus dem Rekordjahr 2019. Doch man sei beruhigt, denn abseits der Touri-Hotspots gibt es immer einen Platz, man muss nur ein wenig suchen und Umwege in Kauf nehmen.
Sogar zwei Mal dieses Jahr ging die Fahrt gen Süden, erst nach Istrien und zurück nach D - und einen Monat später an die Makarska Riviera. Das summierte sich auf ca. 4500 km. Und erneut war der O3 der erwartet zuverlässige Untersatz. Kein Murren, kein Klagen. Der Durchschnittsverbrauch lag erneut knapp unter sieben Liter E5 - weiterhin wäre eine tiefere Sitzposition und Belüftung des Gestühls nicht schlecht.
Für alle, die noch nie in HR waren: Die Küstenstraße D8 muss man einmal gefahren sein, vorzugsweise von Norden nach Süden, da so schlicht die Aussichtspunkte und Konobas immer gleich rechts liegen (links abbiegen vielfach nicht möglich) und man das Meer fast immer im Blick hat. Man lasse sich von der Landschaft, den angebotenen Speisen und den immer netten Leuten begeistern. Das Preisniveau für alles an der Küste ist allerdings nicht mehr als billig zu bezeichnen, die guten alten Zeiten sind vorbei. Das wird wohl noch schlimmer, wenn in ein paar Jahren der Euro eingeführt wird.
Bleibt heute beim Blick aus dem Fenster auf graue Tage die Hoffnung, dass nächstes Jahr auch wieder ein kleiner "Ausflug" möglich ist - ohne viel bürokratisches Gehampel.




