geht zwar um den Golf GTD aber anders wird die Euro 6 im O3 RS TDI auch nicht erreicht werden können ohne AdBlue, von einem AdBlue Tank (SCR System) ist nirgends die Rede beim O3 RS TDI
Zitat:
VW verwendet die Einspritzausrüstung mit 2.000 bar von Bosch mit Magnetventilen.
Hier hat Bosch eine Reihe von Verbesserungen eingeführt, um die Verbrennung
positiv zu beeinflussen. So wird die winzige Düsennadel aus drei Teilen
geschweißt, um die Verluste durch Leckagen zu minimieren. An- und
Absteuern sollen nun schneller möglich sein, was der Genauigkeit der
eingespritzten Teilmengen zugutekommt. Zur Überwachung der Verbrennung
wird einer der Zylinder außerdem mit einer Drucksensorglühkerze von Beru
(Borg-Warner) ausgestattet, die den Zylinderdruck für alle vier
Zylinder regelt.
Aufwendige Abgasnachbehandlung
Das Problem bei der Abgasnachbehandlung des Diesels ist die Absenkung der
Stickoxid-Emissionen von 180 auf 80 Milligramm pro Kilometer für die
Euro 6. Trotz aller Klimmzüge bei den innermotorischen Maßnahmen sind
weitere Veränderungen im Abgassystem notwendig. Dazu entwickelte VW zwei
Lösungen. Die eine für leichtere Fahrzeuge arbeitet mit einem NOx-Speicherkatalysator,
den auch der GTD-Motor besitzt, die andere mit einem SCR-Reaktor für schwerere Wagen.
Das SCR-System ist rund 300 Euro teurer als das Speichersystem, denn der
Teileaufwand mit Tank für die Harnstofflösung (Abblue), Rohrleitungen
und Dosiersystem ist wesentlich höher. Aber das Prinzip ist auch
wirkungsvoller gegen NOx, und es senkt den Kraftstoffverbrauch um mindestens vier Prozent .
Die Speichertechnik dagegen erhöht den Verbrauch um
etwa ein Prozent. Beide Systeme müssen extrem gut überwacht werden,
damit die vorgeschriebenen Werte nicht aus dem Ruder laufen. Da der
Diesel mit Luftüberschuss arbeitet, kann der Speicherkatalysator
überhaupt erst funktionieren. Seine Wirkung lässt mit steigender Last
und Drehzahl nach, sodass er in wenigen Jahren zugunsten des SCR-Systems
wieder verschwinden wird.
Abgassystem muss entschwefelt werden.
Eines der Probleme bei der Abgasnachbehandlung ist der Schwefelanteil im
Kraftstoff. Er beträgt zwar nur weniger als zehn ppm (Parts per
million); die reichen jedoch aus, um Sulfate zu bilden und die
Wirksamkeit des Speichers stetig zu reduzieren. Dadurch muss der
Speicher von Zeit zu Zeit desulfatisiert werden. Wegen der hohen
thermischen Stabilität der Sulfatschicht ist die Entschwefelung erst
oberhalb von 620 Grad Celsius möglich. Bei den europäischen
Dieselkraftstoffen ist sie jedoch nur etwa alle 1.000 Kilometer
notwendig und wird dann zusammen mit der Partikelfilter-Regeneration
durchgeführt. Zur Aufheizung des Abgases müssen mehrere
Nacheinspritzungen angesetzt werden, die natürlich den Verbrauch
erhöhen.
Gegenüber dem Ottomotor hat der Diesel „kalte“ Abgase.
Da grundsätzlich alle Abgasnachbehandlungssysteme auf relativ hohe
Temperaturen angewiesen sind, hatten die VW-Ingenieure schon bei den
Euro-5-Motoren vorgesorgt und das ganze Nachbehandlungssystem direkt
hinter dem Abgasturbolader auf der Rückseite des Motors konzentriert.
Damit ist es der Abkühlung durch Fahrtwind, Regen und Schnee entzogen.
Zur Unterstützung durch die Verbrennung wird auch bei den Euro-6-Dieseln
die doppelte Abgasrückführung verwendet, eine „heiße“
Hochdruckrückführung und eine „kalte“ mit Niederdruck. Die Abgasentnahme
dafür erfolgt direkt hinter dem Partikelfilter und wird über einen
Filter von Emitec geführt, um Partikel der Filterkeramik vom Motor
fernzuhalten.
Wegen des hohen Aufwandes zur Überwachung und
Regelung des Abgassystems wurde ein völlig neues Steuergerät entwickelt.
Immerhin sorgt der Übergang zur neuen Abgasnorm dafür, dass der Diesel
endgültig zur Luftreinigungsmaschine wird, denn die angesaugte Luft ist
erheblich schmutziger als das Gas aus dem Auspuff.