Hallo,
ist vielleicht ein wenig spät, aber ich will meinen Senf auch noch dazu geben. Ich bin im April umgestiegen von einem BMW 120d (Schaltgetriebe) auf einen RS CR DSG. In den zwei Monaten bin ich ca. 2500 km gefahren und habe es mittlerweile auch halbwegs heraus, die Schaltzeitpunkte übers Gaspedal zu beeinflussen. Mein Fazit zum Thema DSG
80-90 % der Fahrzeit läuft völlig entspannt ab, das DSG arbeitet in der Stufe D unauffällig im Hintergrund. Will man es beim Anfahren wirklich wissen, muss man das Gaspedal nicht mal voll durchtreten, um einen sehr ordentlichen Start hinzulegen - hier fasziniert das DSG mit seinen nicht zu bemerkenden Schaltvorgängen zu genau den richtigen Zeitpunkten.
Was mir nicht gefällt am DSG:
1. Lässt man es beim Anfahren ruhiger angehen, schaltet das DSG für meinen Geschmack so früh hoch, dass die Anschlussdrehzahl im höheren Gang nicht passt. Ich empfinde es sehr störend, wenn plötzlich das Drehmoment sehr deutlich abfällt weil nach dem Schaltvorgang nur noch 1300 U/min anliegen. Natürlich ist klar, wie man das vermeidet (mehr Gas geben!) aber bei Kolonnenverkehr geht das natürlich nicht. Hier würde ich mir wünschen, die "Hochschalt-Drehzahl" irgendwie konfigurieren zu können, um sie meinem persönlichen Vorlieben besser anpassen zu können.
2. Beim Fahren auf kurvigen Landstraßen fehlt praktisch in jeder Kurve beim Beschleunigen der Zug weil das DSG in einer mit 50 befahrenen Kurve im 5. bleibt und bei normalem Gasgeben auch keine Veranlassung sieht, zumindest in den vierten zu schalten. Sehr oft komme ich mir dann beim Beschleunigen aus der Kurve heraus vor, als hätte ich ein 90-PS-Auto. Gibt man dann etwas mehr Gas, dann schaltet das DSG etwas hektisch oft gleich zwei Gänge zurück, nur um sofort wieder einen hoch zu schalten.
3. Will man einen langsamfahrenden auf der Landstraße überholen, gestaltet sich das schon mal peinlich, man blinkt, zieht rüber und gibt Gas - für einen Moment (gefühllt eine kleine Ewigkeit!!) passiert gar nichts, man gibt automatisch etwas mehr Gas und plötzlich schaltet das DSG wieder einen Gang zuviel runter und der Motor heult auf, dass es fast schon etwas peinlich ist. Ich weiß natürlich, dass das DSG natürlich nicht ahnen kann, dass nach dem trödeligen Fahren hinter dem LKW JETZT überholt werden muss und es am besten vorher runterschalten sollte... Aber an solchen Stellen hab ich es schon mehr als einmal verflucht, weil diese erste Sekunde, in der gar nichts passiert, beim Überholen schnell zu viel sein kann. Möglicherweise wäre genau hier die Stufe S angebracht, muss ich gelegentlich mal versuchen...
Fazit: mein Verhältnis zum DSG ist etwas zwiespältig. Ich denke, die positiven Aspekte überwiegen deutlich, aber manchmal verfluche ich es, weil es nicht (oder erst verspätet) das macht, was ich machen würde in der jeweiligen Situation.
Gruß Frank