Hallo zusammen,
Ich kann nicht sagen wie lange dein Motor mit einer Leistungssteigerung halten würde. Zuviele Faktoren nehmen auf die Lebensdauer von Motoren und Fahrzeugen Einfluß.
Ich kann aber einen kleinen Ausblick geben was dein Motor zu erwarten hat falls du die Leistung des Aggregats lediglich durch Software steigerst.
Vorab, Motorleistung kann bei einer konstanten Drehzahl, sagen wir dazu mal Nenndrehzahl, nur über Mitteldruck gesteigert werden. Der kann über Software ausschließlich durch zusätzliche thermische Energie aus der Verbrennung erhöht werden. Soweit so gut.
Für die Verbrennung braucht es zwei Dinge: Kraftstoff und Luft, themodynamisch vereint durch das Kraftstoff-Luftverhältnis Lambda (LAM)
Es gilt für LAM < 1 = Luftmangel (fettes Gemisch), LAM > 1 = Luftüberschuss (mageres Gemisch). LAM = 1 bedeutet grob, dass sich genau soviel Luftmasse im Brennraum befindet wie notwendig ist um die Kraftstoffmasse komplett zu verbrennen.
Wenn ich also im Diesel bei Volllast und Nenndrehzahl in Serie LAM = 1,3 messe, kann ich davon ausgehen dass ich für eine Leistungssteigerung nicht nur mehr Kraftstoffmasse brauche sondern auch mehr Luftmasse im Brennraum.
Wie geht das?
1. Luftmasse im Brennraum steigern:
Einerseits kann die Ladelufttemperatur verringert werden, das sorgt aber für eine unangenehme Zunahme des Verbrennungsgräuschs (Diesel - Nageln) ausserdem ist das Tuning - Potential ohne Hardwareänderung eher homöopatisch.
Das Mittel zur Wahl heißt: Ladedruck steigern - mit 2 problematischen Folgen.
Erstens wird dadurch möglicherweise die Grenzdrehzahl des Turboladers überschritten, was unter Umständen die totale Zerstörung des Laders bedeuten kann und häufig auch einen kapitalen Motorschaden nach sich zieht.
Zweitens wird dadurch der maximale Zylinderspitzendruck überschritten. Die möglichen und wahrscheinlichen Folgen heißen: Ausfall der Zylinderkopfdichtung ggf. auch Zylinderkopfriss.
2. Kraftstoffmasse im Brennraum steigern:
Gibt es ausreichend Luftmasse im Brennraum kommt jetzt der zusätzlich Kraftstoff ins Spiel. Mehr Kraftstoff bei der Verbrennung führt zum Anstieg der Gastemperatur im Brennraum und der Abgastemperatur vor Turbine des Turboladers T3. Zu hohe Gastemperaturen im Brennraum können zum Durchbrannt oder Schmelzen der Kolben führen. Steigt die T3 über einen zulässigen Wert, bekommt vor allem die VTG ein Problem, da die sich verzieht und anfängt zu klemmen. Der Turbolader stirbt dann mehr oder weniger schnell.
PS: wenn hier im Forum von angeblich "sicheren 920°C Abgastemperatur" geschrieben wird, kann davon ausgegangen werden, dass das für einen VTG - Turbolader, gelinde gesagt, nicht gut ist.
Zurück zum Thema, um das T3 Problem zu umschiffen, kann die Dauer für die Einspritzung und Gemischbildung verkürzt werden. Das Mittel hierzu: Raildruck steigern. Die Folge ist ein mögliches Bersten der Bauteile des Einspritzsystems.
Ich hoffe das hilft um Licht ins Dunkel zu bringen.